Ortsgeschichte

Die Geschichte unserer Ortschaften und Siedlungen

In der jeweiligen Ortsbeschreibung (alphabetische Sortierung) wird auf die Deutung und Entstehung des Siedlungsnamens eingegangen. Diese sind zum Großteil dem „Ortsnamenbuch von Kärnten“ von Eberhard Kranzmayer von 1956 entnommen.

Siedlungen und ihre ersten urkundlichen Erwähnungen

Baldramsdorf

Erstmals urkundlich erwähnt im Jahre 1166 wird Baldramsdorf von der Anlage her als Haufendorf bezeichnet. Der Ort gab auch er Gemeinde den Namen „Baldramsdorf“. Mundartlich wird der Ort auch „Baldersdorf“ genannt. 1160 scheint „Paltramsdorf“ auf und geht zurück auf den althochdeutschen Personennamen Paltram.
Baldramsdorf ist aus dem 12. Jahrhundert auch als „Paldrdorf“ bezeugt. Dies führt uns auf die Germanen zurück, die in der Völkerwanderungszeit das Lurnfeld besiedelten, ihre germanischen Gottheiten mitbrachten und weiter verehrten.

So scheint auf dem Lurnfelde eine größere Anzahl von ingwäonischen Siedlern (Ingwäonen = ein Germanenstamm aus dem Norden – Nordsee) vorhanden gewesen zu sein, auf die seltsame Reste des „Balderkultes“ zurückgehen. Verehrung genießt bei diesem Germanenstamm die Vanengottheit „Baldr“ (Balder), eine lichte Tagesgottheit. Unser Baldramsdorf, ebenso das nahe gelegene Baldersdorf bei Molzbichl, haben vielleicht seinen Namen bewahrt. Daß der Ortsname im Mythos und Kult älterer Zeit wurzelt, ist umso eher anzunehmen, als gerade in Dänemark, dem Stammlande der Ingwäonen, Ortsbezeichnungen häufig auf „Baldr“ und dessen Bruder „Hodr“ zurückgehen. Baldr war eine beliebte Gottheit bei den Nordgermanen. Er galt als der schönste und beste der Götter. Mut, Weisheit, Rednergabe und Hilfsbereitschaft zeichneten ihn aus. Er wird auch als Vegetationsgottheit aufgefasst (so könnte die Regenmagie auf dem Lampersberg ihren Ursprung im Balderkult haben – beschrieben in den Mitteilungen vom März 1980, aus Pusarnitz ist ein ähnlicher Brauch überliefert.) Geschichtliche Nachrichten bestätigen, dass das Christentum in unserer Gegend zu jener Zeit sich noch nicht durchgesetzt hatte und heidnische Kulthandlungen bis heute im Volksbrauchtum wirken.

Drauhofen

Die frühere Ortschaft Drauhofen – heute Rosenheim eingegliedert – hat ihren Ursprung in „Trahouen“, welches von 1125 – 36 als Besitz des Bistums Freisnig urkundlich belegt ist und bedeutet soviel wie „herrschaftlicher Ansitz an der Drau“. Später schrieb man es Trahofen. Im 16. Jahrhundert gehörte Drauhofen durch einige Zeit dem Geschlecht der Schütpacher, die hohe Bergbaubeamte und Gewerke waren.

Faschendorf

Entstanden aus dem ursprünglichen „Fäschendorf“ dieses Wort kommt aus dem slowenischen „Basinja ves, das ist ds Dorf des „Bah“, was übersetzt der Stolze bedeutet.

Gendorf

Das Dorf wird 1216 als „Gegendorf“ bezeichnet und 1339 als „Geindorf“. Nach dem Ortsnamenbuch von Kärnten von Kranzmayer könnte es um 1060 – 1070 Kärnten das „Dorf des Gagano“ oder eines Kagan, eines awarischen Grafen gewesen sein. Aus dem Namen „Gagano“ entstand durch Lautänderungen das „Gegendorf“, später das „Geindorf“ und daraus „Gendorf“.

Das Dorf "Goldeck"

In einem ca. 1600 m hoch gelegenen Becken auf dem Goldeck-Berg entstand mit der Errichtung der Goldeck-Seilbahn (Eröffnung im Jahre 1960) eine Siedlung mit der Mittelstation der Seilbahn, vielen Ferienhäusern, dem Haus der Sportgemeinschaft und einem Stützpunkt des Bundesheeres. Mit dieser Zunahme der Siedlungstätigkeit beschloß der Gemeinderat damals die Benennung der Ortschaft Goldeck. Der Name Goldeck – vom Namen des Berges entliehen – führt wohl auf die vorhandenen Goldadern im Inneren des Berges und den Goldbergbau in diesem Gebiet im Mittelalter zurück. Früher stand in dieser Höhe nur das Gehöft des „Krendlmar“ – Bauern (Besitzer Sattlegger), in näherer und weiterer Entfernung einige Sennhütten und etwas höher gelegen die Goldeck-Hütte, die vor mehr als 90 Jahren als Schutzhütte erbaut wurde.

Der Name "Lampersberg"

Eine Einschicht, die am Berghang in 950 m Seehöhe liegt mit dem etwas höher gelegenen Kirchlein St. Lampert. Es ist der Berg des Lamprecht – des heiligen Lambertus, daher die Benennung Lampersberg

Am Lampersberg

Von Rosenheim führt durch dichten Mischwald ein guter Fahrweg auf den Lampersberg, wo in 1000m Seehöhe eine einsame, spätgotische Kirche steht, die um 1500 erbaut wurde. Früher gab es in dieser Einschicht, die eine schöne Schau auf die Siedlungen des Lurnfeldes gestattet, auch vier Bauernhöfe, den Türk, Zauchner, Penzer und Gegner. Die Bauern sind längst abgewandert, und ihre Höfe hat der Zahn der Zeit vernichtet. Nur das Gehöft des Gegner steht noch, doch ist es zur Zeit unbewohnt. Das Lambertikirchlein inmitten alter Obstbäume umfächelt eine seltene Stille, so dass man hier gerne verweilt, um dem Atem der Natur zu lauschen. Die kleine, einschiffige Kirche, in der man mittelalterliche Bauelemente vermutet, wurde in den Jahren 1968 - 1971 renoviert, so dass sie einen sehr freundlichen Eindruck macht. Auf dem hölzernen Dachreiter sitzt ein zierlicher Zwiebelhelm. Das ehemalige Hauptportal im Westen mit spitzbogigem, profiliertem Gewände wurde vermauert, so dass die Kirche jetzt durch ein Portal in der Südwestecke betreten werden kann.

Das Innere der Bergkirche zum hl. Lambert bildet einen freundlichen Saal mit 3/8-Schluß, dessen Holzdecke in der Entstehungszeit der Kirche mit Schablonenmalerei versehen wurde. Sie ist das besterhaltene Werk dieser Art in Kärnten und wurde 1968 restauriert. Zur Bemalung der Decke verwendete man Schablonen. Die aus schmalen Brettern bestehende Fläche zeigt spätgotische Rosettenund Maßwerkornamentik sowie Blatt- und Bandwerk in Rechtecken, die ohne Abgrenzung nebeneinandergesetzt wurden. Zwischen der Bemalung, die in den Grundfarben Gelb, Weiß, Rot und Schwarz gehalten ist, wiederholen sich verschiedene Inschriften, wie „Maria hilf" oder „Sanctus Lambertus ora pro nobis" = „Heiliger Lambertus bitte für uns". Auch das von der Decke zu den Wandflächen überführende Fries trägt Schablonenbemalung. Wegen dieses kunstgeschichtlich interessanten Werkes scheint das Lambertikirchlein in den einschlägigen Kunstzeitschriften des In- und Auslandes auf.

Der Hochaltar, ein offener Säulenbaldachin mit der Schnitzfigur des hl. Lambert stammt aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Über dem Altar sieht man den Kirchenpatron nochmals an die Decke gemalt.
In der Kirche stand auch noch lange Zeit der erste, spätgotische Altar, von dem sich ein Flügel seit 1946 im Diözesanmuseum zu Klagenfurt befindet. 1942 wurde von jenem Altar eine Lambertistatue gestohlen, mit der ein ähnlicher Wetterkult wie mit dem heiligen Mann von Pusamitz verbunden war. In Dürrezeiten ließ man die Statue von einem unschuldigen Mädchen mit nassen Tüchern abreiben, um den ersehnten Regen zu erbitten, während man zuviel Regen dadurch aus der Gegend weisen wollte, dass man die Statue mit einem trockenen Tuche abrieb. - Weil die Drau früher als Bistumsgrenze galt, dürfte diese Handlung als Gegenstück, für das im Erzbistum Salzburg gelegene Pusamitz gegolten haben.

Wegen dieser Kulthandlung gab es früher wiederholt Wetterprozessionen auf den Lampersberg. In unserer Zeit zieht man nur noch zweimal im Jahr zum Gottesdienst auf den Lampersberg. Am 1. Sonntag im August wird hier das Kirchweihfest und im Spätherbst die Hubertusmesse gefeiert.

Marhube

Zweihundertfünfzig Meter über dem Talboden liegt die ausgebaute Terrasse der „Marhube“. Aus der Nähe erweist sich der Hügel als runde, gleichmäßig abgeböschte Erhebung, die von zwei Terrassen umzogen ist. Gegen die Feldfläche waren sie durch einen Rundwall gesichert. Die Erhebung bekrönt ein gemauerter Turmstumpf (ursprünglich ein Wachturm), der später mit Schotter ausgefüllt wurde und heute einen guten Aussichtsplatz bietet.
Auf einer Terrasse steht auch das Wirtschaftgebäude, genannt „Marhube“ – nach dem mundartlichen Ausdruck „auf der Maierhueben“, das ist die Hube des Maiers (Verwalters) – das zur Ortenburg gehörte und vom Burgfelsen über eine Brücke erreichbar war.

Oberaich

Aich wird häufig gebildet aus dem vorhandenen Baumbestand von Eichen, damit ist Oberaich „das Dorf ober den Eichen".

Gschieß (Rosenheim)

Der Name Gschieß entstammt dem mittelhochdeutschen geschiez, dass der Giebelseite eines Hauses entspricht. Vermutlich zeigten die Häuser dieser Streusiedlung ihren Giebel zur Talseite, während die anderen Häuser ursprünglich parallel zum Berghang standen. - Der Name Gschieß machte verschiedene Wandlungen durch; das ursprüngliche Gesiesce lautet 1229 Gesiez, 1363 auch Deutdorf, dann wieder Gschieß.

Die Herrschaft Gschieß-Rosenheim

Die im Jahre 1166 in Aquileja ausgestellte Urkunde, durch die wir erstmals von der Existenz Baldramsdorfs erfahren, nennt auch einen Henricus de Gesiesce, also einen Heinrich von Gschieß, der auf einem Turm in der westlichen Schattseite des Lurnfeldes saß und ebenfalls zu den getreuen Gefolgsmannen der Grafen von Ortenburg zählte. Die Herren von Gschieß bewohnten ebenfalls einen einfachen Turm am Berghang knapp unter dem Walde und waren ehrenwerte Edelleute, weshalb sie wiederholt als Zeugen in Urkunden aufscheinen, mit denen Grundkäufe oder Schenkungen am Lurnfeld rechtskräftig wurden. - So kann man im Wiener Staatsarchiv nachlesen, wie 1230 ein Fridricus de Gesiz bezeugt, dass der Kärntner Herzog Bernhard von Spanheim, der vom Kaiser Friedrich II. nach Apulien berufen wurde, letztwillig verfügte, dass seine Erben vom herzoglichen Gut Greifenburg dem Kloster Millstatt zu seinem und seiner Eltern Seelenheil 6 Mark spenden wollen, damit die Patres während der Fastenzeit dreimal die Woche mit Fischen gespeist werden und in der Klosterkirche wöchentlich eine Totenmesse lesen können.

Eine in Villach am 16. September 1234 ausgestellte Urkunde spricht davon, dass Graf Albert von Heunburg, Domherr zu Passau, dem Grafen Hermann II. von Ortenburg und dessen Kindern sowie seiner Schwester Kindern das Schloß und Gut Lessach bei Tamsweg im Lungau für den Fall des Ablebens ohne eheliche Erben übertrage. Als Zeugen zeichnen u. a. Heinricus et Fridericus de Gesiez. - Jenes Gut tauschte der Ortenburger 1242 dem Erzbischof von Salzburg gegen bares Geld und Zehente am Fratresberg nördlich von Spittal an der Drau sowie gegen das Gut Wirlsdorf bei Seeboden. - Unter den Zeugen befindet sich Fridericus de Gesiez.

Als am 27. Oktober 1256 der salzburgische Pfleger Chunrad von Feldsberg einem Volchmar eine dem Erzbischof gehörige Hube in Göriach um 12 Mark verkaufte, bezeugte dies u. a. ein Hainricus de Gesiez. Im Jahre 1366 kam Gschieß als gräflich ortenburgisches Lehen samt dem benachbarten Gericht Faschendorf an die Herren von Weißpriach, die ihren Stammsitz bei Mariapfarr im Lungau hatten.

1482 erwarben die Herren von Rosenheim den Gschießer Besitz. Diese Adelsfamilie nahm nicht mehr mit dem alten Turm vorlieb, sondern baute etwas tiefer auf einem Wiesenplateau einen neuen Turm und das Schloß Rosenheim. 1641 kam das Schloß in den Besitz der Familie Eschey, die um 1600 auch die östlich von Spittal gelegene Herrschaft Rothenthurn erworben hatte. 1718 kauften die Herren von Litzlhof diese Herrschaft in der Schattseite. Von etwa 1800 bis 1935 befand sich das Schloß Rosenheim im Besitze der Familie Kapeller in Lendorf. Der letzte Eigentümer, Herr Karl Kapeller, verkaufte Grundstücke an die umliegenden Bauern und für Siedler. Das Schloß selbst war inzwischen so baufällig geworden, dass es die vier Mietparteien verlassen mußten. 1947 kaufte Frau Maria Egger die Ruine mit 3000 Quadratmeter Grund. Sie ließ das ruinöse Schloß Rosenheim abtragen und baute über den alten Kellergewölben ein schönes Haus. Teile des ehemaligen Wehrgrabens wurden zugeschüttet oder mit Obstbäumen bepflanzt. Der Steilhang vor der Nordfront des Hauses verrät den Besuchern aber noch immer, dass er sich hier im Bereich einerhistorischen Stätte befindet.

Am 20. Oktober 1956 erhielt die Ortschaft Gschieß in einer Festsitzung des Gemeinderates den Namen „Rosenheim". Das ehemals freisingische Drauhofen am rechten Ufer des Flusses, das nicht mit dem Schloß Drauhofen verwechselt werden darf, wurde laut einem Gemeinderatsbeschluß 1981 mit Rosenheim vereint. Durch die Ortsnamensänderung bleiben die Herren von Rosenheim unvergessen, deren stattliches Schloß durch fast ein halbes Jahrtausend das Antlitz dieser Gegend geprägt hat.

Schüttbach

Heute ist Schüttbach eine Streusiedlung. Durch viele Jahrhunderte ist hier ein Gut „Aich“ (= bei den Eichen) belegt. Zwischen 1480 und 1490 brannte ein Gebäude ab, Hans von Mansdorf (Manstorff), Hauptmann der Grafschaft Ortenburg, kaufte das Gut Oberaich (wie es noch genannt wurde) im Jahr 1497. Unter seinem Sohn Hans d. J. entstand der Neubau des Schlosses (1529). Im Jahr 1594 erscheint Christoph Schüttbacher, Doktor beider Rechte, Hauptmann und Vizedom zu Ortenburg, als Besitzer. Der Name Schüttbacher/Schüttbach ist auf „Bach in einer Anschüttung“ zurückzuführen. Später wechselte Schüttbach häufig seine Besitzer. Vor dem ersten Weltkrieg war es in italienischem Besitz, seit 1918 gehört das Gut der Familie Berger. Daher wurde das Schloß oft „Bergerschlößl „ genannt.

Das Hochwasser im Jahre 1966 unterspülte den Hang des gegenüber der Liesermündung gelegenen Schlosses, wodurch ein Großteil der Anlage abstürzte und zerstörte wurde. Die Reste des Hauptbaues wurden 1973 gesprengt. Heute stehen noch die Teile des Wirtschaftsgebäudes, an dem eine Tafel angebracht ist, mit folgender Inschrift: „Anno 1529. Diesen Sicz hat der edlevest Hans vn Manstraf zu ob. Aich hauptma d. grafschaft orteburg un Ursula vo rasegk sei hausfaw vo newem erpawt.“ Darunter stehen die Wappen von Manstorff und Rosegg. Aus dieser Inschrift geht klar hervor, dass das Schloß damals „von neuem“ also, neuerlich erbaut wurde, an der Stelle, wo sich früher ein Wohnsitz (Schloß?) bereits befunden hatte.

Der 1529 errichtete 3geschossige Bau bildete mit einem gegenüberliegenden Wirtschaftsgebäude und zwei mit Toren versehenen, zinnenbekrönten Verbindungsmauern einen kleinen Hof. Im Keller des Hauses befand sich ein starkes, steinernes Torgewände mit schweren Angeln, das mit dem Bau von 1529 in keinem Zusammenhang stand und wahrscheinlich von jenem Gebäude herrührt, das vorher hier stand und auch vernichtet wurde.

Das Gut Oberaich "Bergerschlößl"

Die Gemeinde Baldramsdorf reicht im Osten noch ein Stück über das Lumfeld hinaus und hat ihre Grenze unter dem Drauwirt an der alten Draubrücke über die Streusiedlung von Schüttbach vorgeschoben. Durch viele Jahrhunderte stand hier das Gut Oberaich - bei den Eichen - über dessen Anfänge uns keine Urkunde informiert.

Nur die Überlieferung weiß zu berichten, dass hier zwischen 1480 und 1490 ein größeres Gebäude abbrannte und dass sich hernach um diese Gegend am rechten Drau-Ufer kaum jemand gekümmert hat. Im Jahre 1509 belehnte Kaiser Maximilian 1. den Hans von Mandorf, Hauptmann der Grafschaft Ortenburg, mit dem Gut Oberaich und mit einigen kleineren Besitzungen in Spittal. Dieser Adelige nannte sich nach seinem Stammschloß Mandorf bei Kötschach im oberen Gailtal. Sein Sohn gleichen Namens ließ 1529 in Oberaich ein neues Schloß bauen, von dem noch Teile des Wirtschaftsgebäudes stehen, an dem wir durch eine Tafel folgendes erfahren: „Anno 1529 / Disen sicz hat der edlvest hans von Manstarf zu ob. Aichhauptmann d. grafschaft ortelburg und Ursula von rasegk sei hausfraw von newen erpawt." - Darunter sind die Wappen von Mansdorf und Rosegg zu erkennen.

Der einfache rechteckige Bau mit drei Stockwerken bildete mit den gegenüberliegenden Wirtschaftsgebäude und zwei mit Toren versehenen, zinnen gekrönten Verbindungsmauern einen kleinen Hof. Das Obergeschoß wurde im Laufe der Zeit baulich umgestaltet und modernisiert; in diesen Räumen gab es schöne Stukkaturen.

Im Jahre 1594 scheint Christoph Schüttpacher, Doktor beider Rechte, Hauptmann und Vizedom zu Ortenburg, der am Spittaler Hauptplatz ein neues Haus besaß, als Besitzer des Gutes Oberaich auf, das nach dem neuen Besitzer bald mit „Schüttbach" bezeichnet wurde. Da er auch das Schloß Drauhofen am Lurnfeld besaß, nannte er sich auf einem Siegel „Christoph Schüttpacher ze Trahofen und Oberaich". Etwa ein Menschenalter später war der Münzinspektor des Landes Kärnten, Augustin Schüttpacher, Herr auf „Traghofen und Oberaich-Schüttbach". Von seinem gleichnamigen Sohn erfahren wir aus dem Jahre 1686: „Sein guetl Oberaich ist in aschen gelegt worden, und die Traa, alwo die Lieser von Spitahl herüber einfahlt, tuet sich seiner grundtstuckh mit mehrer einreißung bemächtigen."

Später wechselte Schüttbach wiederholt seine Besitzer, denen die Elemente ebenfalls nicht gewogen waren. So brannte 1885 in Schüttbach die Holzwarenfabrik des Felix von Mottony ab. In ihr hat die erste elektrische Birne, die „Edison-Lampe", in Oberkärnten geleuchtet. - 1900 wurde die Holzwarenfabrik des Elio Melli in Oberaich-Schüttbach abermals ein Raub der Flammen. Damals wurden dort vornehmlich Reißbretter, Reißschienen und anderes hölzernes Zeichengerät erzeugt.

Seit 1918 ist Schüttbach im Besitze der Familie Berger, weshalb dieser Herrensitz auch als „Bergerschlößl" bezeichnet wurde. Das Hochwasser des Sommers 1966 unterspülte den Hang gegenüber der Lieser-Mündung derart, dass ein Großteil der Bauten abstürzte und zerstört wurde. Die Reste der Hauptanlage mussten 1973 gesprengt werden. Nunmehr stehen hier noch Teile des großen Wirtschaftsgebäudes, an denen eine Verbindungsstraße von der Schwaiger Draubrücke nach Oberamlach vorbeiführt.

Schwaig

Die Schwaige war eine bestimmte Art von Weidewirtschaft mit Käserei; sie konnte in alter Zeit, wie die Lage der Ortschaft deutlich zeigt, auch im Tal liegen, musste sich also noch nicht, wie später, auf eine Hochalmwirtschaft beziehen. Das Wort Schwaig kann aus dem schriftslowenisch „Zvajha“ bzw. dem schlowenischmundartlichen „Zbajga“ abgeleitet werden. Mundartlich wird diese Ortschaft „Schwaig“ genannt, deren Name sicher auf die Bewirtschaftung durch die Ortenburger zurückgeht.

Unterhaus

Auf dem Hochplateau entwickelte sich im Laufe der Zeit ein Haufendorf, dessen Ursprung das „Untere Haus der Ortenburg“ war; daher auch der Name der Ortschaft. 1377 Bischof Albrecht von Trient, Graf von Ortenburg, stiftete an der Kapelle am Schloß Ortenburg zu Ehren Marias, Andreas und aller Heiligen eine Kaplanei „und soll der Kaplan unter der Burg zwischen den 2 Türmen (also im Haus unter der Burg) seinen Sitz haben“. Er stattete die Kaplanei mit Gütern aus.

1578 wird ein Andre von Krendl als Kaplan und Verwalter der Kaplanei genannt. Er baute ein Haus zwischen den zwei Türmen – den Krendlhof und er führte ein Kuhhorn im Wappen. Sein Grabstein ist an der Nordseite unserer Kirchenmauer erhalten.

1708 kauft der „Ehrsame Chrsitophen Sattlegger dem Krendlhof zu Unterhaus, welcher der Caplaney Ortenburg gehörig mit allen dessen Ein- und Zugehörungen, Haus Mayrhof, Mühl, Garthen, Äcker, Wiesen, Wälder, Alben…“ In der Chronik scheint der Name Sattlegger immer wieder auf. Der Besitz gehört heute noch der Familie Sattlegger (Krendlmar) Auf diesen erwähnten Andre von Krendl dürfte auch die Bezeichnung „Krendlmar-Alm“ und Gasthof „Krendlmar“ auf dem Goldeck zurückgehen.