18. und 19. Jahrhundert 1710 - 1900

18. Jahrhundert

1710

Hannibal Alfons, Fürst v. Portia erbaut, entsprechend letzten Wunsches seines Vaters, das Kloster in Unterhaus und übergibt es den Hieromynitanern.

1715

... erschreckt die Pest unser Land. Der Pfleger Sebastian Steyrer trifft seine Schutzmaßnahmen: „Ich habe die Amlacher Wacht verdoppelt, die Spittaler und Gschießer Pruggen verwachten und die Traahofer Pruggen ablegen lassen.“

1716

... stirbt die Freyfrau Justina Juliana Rosalia Uhlin, Freyin von Rosenheim.

1719

... kommt Schloß Rosenheim an die Herren von Litzlhof.

1727

... gibt es in Baldramsdorf und Gendorf bereits eine SCHULE.

Die Pfarre Baldramsdorf wird lehensweise den Hieromynitanern übergeben. Die Pfarre mußte vom Fürsten Portia alle 12 Jahre zu Lehen empfangen werden.

1746

Die Pfarrchronik berichtet von „großen Wassergüssen.“.

Kaiserin Maria Theresia legt den Hieromynitanern die Verpflichtung auf, im benachbarten Amlach eine Mission zu halten.

1777

Die Patres übernehmen die Schule. Sie wird in das alte Kloster, der Paternschusterkeusche zu Unterhaus verlegt.

1786

Kaiser Josef II, verfügt die Aufhebung des Klosters in Unterhaus.

1787

Der josephinische Kataster wird angelegt. (Liegt im Landesarchiv jetzt noch auf)

Darin scheint folgende Anzahl der Häuser auf:
Baldramsdorf 33
Schwaig 7
Unterhaus 19
Gschieß 22
Oberaich 4
Lampersberg 3
Faschendorf 6
Gendorf 25

1788

Fürst Franz Seraphin v. Portia ließ das „HEILIGE BLUT“, ein uraltes Heiligtum der Ortenburger, von der Kapelle der alten Ortenburg in seine Schloßkapelle nach Spittal überführen.

19. Jahrhundert

1809

21. Mai - Franzosen in Baldramsdorf. „Die Feste Sachsenburg soll eingenommen werden. General Rusca plant den Anmarsch über Baldramsdorf, Gschieß und Lampersberg. Die Franzosen dringen bis zur Gschießer Brücke vor. Der Spittaler Fähnrich Litzlhofen stürmt und jagt mit den Seinen die Franzosen in die Flucht.“.

16. Oktober - Eine starke Abteilung Franzosen rücken von Sachsenburg über Lampersberg, Gschieß und Baldramsdorf vor. Sie marschieren ungehindert über die Draubrücke. In Kranabeth greift Johann B. Türk mit seinen Truppen an und treibt die Franzosen nach erbittertem Kampf über die Brücke zurück. Sie ziehen zerschlagen schattseitig in Richtung Villch ab und erreichen völlig erschöpft Bleiberg. Das Franzosenkreuz im Kranabethwaldl erinnert an diese Zeit.

1811

Das „Heilige Blut“ wird von der Hofkapelle Spittal in die Pfarrkriche Baldramsdorf gebracht.

Hungerjahr! - Es bürgert sich der Anbau von Kartoffeln ein.

Hochwasser! - Alle an der Drau liegenden Grundstücke werden stark versandet.

1818

Ein Jahr mit reichem Erntesegen.

1820

... wurde der letzte Ordenspriester pensioniert und ein Weltpriester Hw.H. Anton Kerschbaumer übernimmt die Pfarre.

1821

Die Schulchronik berichtet:
„Nachdem 1806 - 1820 die Schule unter Pater Dominicus Oberpucher nach Baldramsdorf, zuerst in die Mesnerkeusche, dann in das obere Stockwerk des Wirtshauses Staber kam, wurde sie 1821 -1831 wieder nach Unterhaus verlegt.
Unter Pfarrer Just war die Schule kurze Zeit beim Herzogswirt, dann wieder im Kloster.“

„Den Mietzins für Schule und Lehrerentlohnung entrichten:
1/3 der fürstliche Herr Patron, 1/3 die Grundherrschaften und 1/3 die Schulgemeinde.
Zur Schule in Unterhaus sind folgende 6 Ortschaften eingeschult: Schwaig - Unterhaus - Baldramsdorf - Gendorf - Oberaich - Faschendorf.
Gschieß, Lampersberg und Schüttbach sind ,weil zu weit entfernt, nicht eingeschult.“

1824

Seine Durchlaucht Franz Seraphin Fürst v. Portia weilt 3 Tage im Kloster zu Unterhaus.

1827

Der Geometer Anton Parea legt die erste Katastralmappe für die Katastralgemeinden Baldramsdorf und Gschieß an.

1834

Gründung eines Pfarrarmeninstitutes in Baldramsdorf.
Die Kirchenchronik berichtet: „Die Beiträge, welche seit Gründung des hierortigen Pfarrinstitutes für dasselbe seither einflossen, rühren von Polizaystrafgeldern, Musiklizenzen und Licitations prozenten her ....
Ein Armenspital bestand nicht, wohl sind zwei Personen, eine zu Gendorf und die andere zu Unterhaus mit einer Spitalspfründe gnädigst beteiligt worden, derer jede den armen Landleuten anmessende Betrag, jährlich 42 f, bezieht.
In diesem Jahr kamen viele auswärtige Bettler in unsere Gegend, die heimischen Armen suchen auch Unterstützung und Hilfe in auswärtigen Pfarren, bei fremden Leuten“.

1841

... gab es eine so ungeheure, nie gesehene und gehörte Menge Würmer an den Bäumen. Im Juni und Juli waren die Obstbäume von Baldramsdorf und Gendorf so kahl anzusehen, wie mitten im Winter.

1844

Der langjährige Lehrer Lukas Pichler, der gleichzeitig auch Bader und Mesner war, mußte „wegen seines schrecklichen Gesichtskrebses“ das Lehramt an den Schulprovisor Alois Oberrauner abgeben.

1845

„Epedmie - die natürlichen Blattern, welche eine Weibsperson zu Gschieß, die ihren Bruder im Militärspital zu Klagenfurt besuchte und von wo sie, auch auf andere Pfarren, übertragen wurde. Die Leute, die von der Krankheit befallen wurden, waren mit Blattern übersät, die Köpfe bis zur Unkenntlichkeit aufgedunsen, wobay die Kranken einen fast unausstehlichen Gestank von sich gaben. 5 Personen sind an dieser Epedemie in unserer Pfarre gestorben“.

1846

... sind in der Pfarre Baldramsdorf 25 eheliche und 10 uneheliche Kinder geboren worden.
Getraut wurden 8 Paare.
Verstorben 14 Erwachsene und 9 Kinder
Einwohner 1004

1847

... wird auf Anordnung des Hw. Herrn Pfarrer eine Filialschule zu Gschieß errichtet. Die Schule besteht nur während der Winterszeit. Sie war bei vlg. Hansadam und wurde 1852 wieder aufgelassen.

1849

Hochwasser! - Die Schwaiger Draubrücke wird zum Teil, die Gschießer Draubrücke ganz weggerissen.

1850

In Faschendorf wurden zwei Römersteine gefunden und von Fürst Alphons Gabriel v. Portia in seine Burg nach Spittal gebracht und am Gebäude knapp über dem Boden eingemauert.
Die Römersteine sind zwei Reliefplatten mit guter Ausführung, in zwei runden Rahmen die Büste des Sommers und des Herbstes. Sie gehörten einem römischen Grabhaus an.

1851

Bürgermeisterämter werden errichtet. Baldramsdorf wird eine selbständige Gemeinde.
1. Bürgermeister - Josef Lampersberger vlg. Hanselebauer aus Faschendorf. (1851 - 1861)

1856

Der Kärntner Maler Markus Bernhard zeichnet nur mehr eine Ruine der Ortenburg.

Kaiser und Kaiserin (Franz Josef und seine Gemahlin Elisabeth), herbergen in der Burg zu Spittal. Die Kirchenchronik weiß zu berichten, daß viele Baldramsdorfer am festlichen Empfang teilnahmen. Das kaiserliche Paar machte gegen Abend nach anstrengender Wagenfahrt von Villach bis Spittal einen Spaziergang auf den Fratres.

1857

Bau eines eigenen Schulhauses in Baldramsdorf mit einem Klassenraum.

1858

Die Gendarmerie erstattet folgende Anzeige: „Auf der Brücke in der Schwaig sind so große Löcher, daß sich einer leicht derfallen könnt“.

Die österreichische Währung löst die Cm = Conventionsmünze des Jahres 1816 ab. Der neue Gulden hat nicht mehr 60, sondern 100 Kreuzer.
„Die alten Silbersechser und die Silberzwanziger werden Erinnerungsmünzen, sie wandern recht häufig als Anhängsel an Uhr oder Halsketten, Anhängsel an Armbänder oder sie werden Leibl-Knöpf.“

1861

... wird die Gemeinde Baldramsdorf mit der Großgemeinde Spittal vereinigt.

1866

3 neue Glocken werden angeschafft.

1869

Die Aufsicht über die Schule zu Baldramsdorf hatte bisher das Consistorium des Gurker Bistums, das Dekanat in Spittal und der Ortsseelsorger. Nun wird die Aufsicht von weltlichen Organen übernommen. Schulgehilfen werden wirkliche Lehrer.

Schulaufsichtsbehörde:
  • k.k. Landesschulinspektor
  • II k.k. Bezirksschulinspektor
  • III Ortsschulrat
Es seien hier die ersten 10 Obmänner des Ortschulrates erwähnt:
  1. Simon Melcher 1869 - 1871
  2. Michael Leitner vlg. Urban in Unterhaus - 1873
  3. David Egger vlg. Karat in Unterhaus - 1876
  4. Michael Kleinsasser - 1879
  5. Michael Kleinsasser - 1883
  6. Thomas Arztmann vlg. Leitner in Schwaig - 1886
  7. Johann Sattlegger - 1887
  8. Michael Kleinsasser vlg. Michelebauer - 1890
  9. Johann Sattlegger vlg. Krendlmar - 1893
  10. Johann Thaler vlg. Kalt in Schwaig -1896

1870

Feierliche Primiz des neugeweihten Priesters Jakob Hartlieb aus Gendorf.

1871

„am 15. August - Maria Himmelfahrt - ertranken in der Drau 3 Weibsbilder, welche in Maria Pichl wallfahrteten und im Rückwege in einem sehr schlechten Fahrzeug überschiffen wollten.“.

1873

Die Schule wird zweiklassig. Ein weiteres Klassenzimmer wird ausgebaut.

1874

Der Friedhof um die Kirche wird erweitert.

1875

Wieder Blatternepedemie in Baldramsdorf. Die Genesenden trugen ihr Lebtag die Narben im Gesicht.

Der Handarbeitsunterricht wird eingeführt.

1876

Der Besitzer der Schneiderfranzhube zu Gendorf wird von seiner Frau durch Arsenik vergiftet. Die Ehefrau wurde durch ein Schwurgericht zum Tode durch den Strang verurteilt. Seine Mayestät, der Kaiser, begnadigte sie zu lebenslänglichem Kerker.

1877

In Klagenfurt findet die erste landw. Nurtztierschau statt. Herr Simon Melcher erhielt für eine Mutterstute einen Preis von 60 Silbergulden.

1882

Große Überschwemmung - Baldramsdorf war eine Woche von Spittal abgeschlossen, da die „Draubrüggen“ weggerissen war. Die Wildbäche brachten viel Schotter und Geröll.

1883

Das kostbare Reliquiengefäß „Heiliges Blut“ wird zur Ausstellung nach Graz gesandt. Reliquiengefäß in Silber 14. Jh. mit den Wappen der Grafen Cilli und Ortenburg. Gestiftet vom Bischof Albrecht von Ortenburg 1377.

Seit dieser Zeit gibt es einen Turnunterricht an der Schule, der von Herrn Lehrer Alois Siegmund gehalten wird.

1884

Kirchturmbrand - „2. Oktober - ¾ 7 abends. In der Streuhütte bei vlg. Riepl bricht ein Feuer aus, das in kürzester Zeit das anliegende Meierei- und Wohngebäude des Michael Feichter vlg. Meßnerpeter und den Kirchturm ergreift. In wenigen Minuten stand der hölzerne Kirchturm in Flammen, die Glocken träufelten und stürzten zu Boden. Die Feuerwehr von Spittal unter der Leitung des Herrn von Grebmer erschien in Anbetracht der Entfernung und des schlechten Weges in unglaublich schneller Zeit.

Der k.k. Bezirkshauptmann und der k.k. Bezirksarzt erschienen am Brandplatz.“.

In hervorragender Weise haben sich bei der Rettung der übrigen hölzernen Gebäude beteiligt:
Johann Sattlegger: Besitzer der Krendlmarhube unter dessen Leitung dem Weitergreifen des Feuers gegen Dabernig und Trojer wacker entgegengewirkt wurde.
Johann Lagger: Klamperer zu Gschieß war beständig am Dach der Vorlaube der Kirche.
David Rausch: vlg. Schneider hier Mesner, war um die Kirche mehr besorgt, als um sein eigenes Haus.
Andreas Kapeller: Bodnersohn zu Gschieß trug die ganze Zeit unvermindert Wasser zur Kirche.
Max Pausinger: Der Verwalter des Gutes Oberaich zu Schüttbach, Herr Max Pausinger, erschien mit 15 auserlesenen Arbeitern, um sich an der Rettung zu beteiligen

1885

Mit dem Bau des neuen Turmes wird begonnen. Der Bau wird im selben Jahr fertiggestellt.
Im September - Weihe des neuen Kirchturmes und der 3 neuen Glocken.
Michael Kleinsasser, Besitzer der Michelebauerhube zu Baldramsdorf, vergoldet unentgeltlich das Turmkreuz.
Von ihm stammt auch der Entwurf für den neuen Kirchturm. Ein heimischer Künstler - zahlreiche Zeichnungen und Gemälde sind im Privatbesitz des H.Hans Kleinsasser in Baldramsdorf.

In Schüttbach brennt die Holzwarenfabrik des Felix von Mottony ab. In ihr hat die erste elektrische Birne in Oberkärnten, die „Edison-Lampe“ geleuchtet.

1886

Durch die Gemeindeteilung wird Baldramsdorf wieder eine eigene Gemeinde. Am 27. Jänner fand die Wahl des neuen Gemeindeausschusses von Baldramsdorf statt.

  1. Johann Sattlegger, vlg. Krendlmar zu Unterhaus
  2. Michael Kleinsasser, vlg. Michelebauer zu Baldramsdorf
  3. Simon Melcher, Gastwirt zu Baldramsdorf
  4. Johann Morgenstern, vlg. Zenz zu Oberaich
  5. Christoph Lampersberger, vlg. Hanselebauer zu Faschendorf
  6. Johann Egger, vlg. Hansadam zu Gschieß
  7. Josef Lampersberger, vlg. Tonibauer zu Gschieß
  8. Michael Feichter, vlg. Riepl zu Baldramsdorf
  9. Johann Thaler, vlg. Rader in der Schwaig
  10. Josef Petrasch, vlg. Grünanger zu Gendorf
  11. Ignaz Karre, vlg. Heißpeter zu Gendorf
  12. Georg Saueregger, vlg. Augustin zu Gendorf

Am 28. Februar Bürgermeisterwahl - Johann Sattlegger vlg. Krendlmar zu Unterhaus wurde zum Bürgermeister gewählt (1886 - 1905).

Am 14. Juni feierten die Eheleute Josef und Maria Lampersberger in der Filialkirche zu Gschieß das seltene Fest der Goldenen Hochzeit.

1889

Johann Hutter vlg. Seber zu Unterhaus wandert nach Amerika aus.

Das Unterkunftshaus am Goldeck wird eröffnet

1890

Das Schulhaus wird vergrößert. Eröffnung der Schule durch Bürgermeister Johann Sattlegger. Es wird östlich ein Zubau für eine 3. Klasse geschaffen.
Nach einer Volkszählung aus diesem Jahr können 110 Frauen und 134 Männer weder schreiben noch lesen.

Laut Volkszählung sind in der

Ortschaft Häuser Erwachsene Schüler
Schüttbach 15 220 67
Schwaig 12 85 10
Unterhaus 22 169 20
Baldramsdorf 34 220 31
Gendorf 28 206 34
Oberaich 3 27 3
Faschendorf 7 59 4
Gschieß 25 251 42
Lampersberg 4 13 3
Drauhofen 3 21 2
  153 1276 176

Gründung der Freiwilligen Feuerwehr.

Das Gründungskomitee bestand aus den Herren:

  • Bürgermeister Johann Sattlegger
  • Oberlehrer Alois Siegmund
  • Pfarrer Ploner
  • Simon Melcher
  • Michael Kleinsasser
  • Michael Feichter
  • Georg Hofer

Der erste Feuerwehrhauptmann war Oberlehrer Alois Siegmund (bis 1893).

1891

... ertrank beim Baden im Goldbrunnteich der 30 jährige Knecht Franz Arztmann.

1892

Die Kronenwährung wird eingeführt. Eine Krone hat 100 Heller.
Ein alter Gulden gilt 2 Kronen, der alte Kreuzer 2 Heller. Jetzt verschwinden im Volksmund erst die „Zwanzger“ und die „Sechser“, der Gulden selber aber lebt noch ein gutes Menschenalter weiter.

Am 10. Jänner brennt die Jankkeusche zu Gendorf, am 10. Oktober das Pacher-Haus zu Gendorf und die Eishacklkeusche zu Schüttbach.

Schulleiter Franz Steiner übernimmt den Organistendienst.

Die Schule besitzt eine Schülerbücherei mit 152 Bänden. Schulbeginn ist der 4. November - Ende des Schuljahres der 27. August. Der Unterricht beginnt erst um 9 Uhr.
Schülerzahlen:

1. Klasse 70 Schüler
2. Klasse 57 Schüler
3. Klasse 43 Schüler

Ganztagsunterricht von 8 - 12 Uhr ( 1 Stunde Mittagspause) und von 13 - 15 Uhr. Donnerstag ist Ferialtag.

1893

Der k.k. Landesschulrat genehmigt an der hiesigen Volksschule die Errichtung eines Fortbildungskurses.

Bedeutende und anhaltende Kälte. Die Drau ist von der Schwaiger Draubrücke bis Gschieß mit festem Eis bedeckt. Man kann über die Drau gehen.

FF-Hauptmann Josef Thaler, Holzhändler und Besitzer in Schwaig (bis 1904) und von 1914-1920

1894

... starb der im Kloster zu Unterhaus wohnhafte Linienschiffskapitän Ritter von Gröller, der auch die Schlacht bei Lissa mitmachte.

In Baldramsdorf gibt es ein „Postamt“. Täglich einmal Fußbotenpost.

Verfügung des k.k. Landesschulrates:“ Das Pießnen der Schüler ist von der Schule aus zu untersagen.“

1895

In der Schulchronik steht:“Am Abend des 30. November klekelten mehrere Schüler in Gschieß. Sie schimpften dabei dem vlg. Posch, daß er nichts habe und nichts gebe. Dieser wurde auf das hin zornig und verscheuchte die Schüler, wobei einer derselben (Jakob Darohs) so beschädigt wurde, daß er lange Zeit bettlägerig war.“.

Bau einer Kapelle unter dem Gegnerbrückel.

Das „Kärntner Gemeindeblatt“ gibt ein Verzeichnis über Kärntens Sommer-Aufenthaltsorte (nach dem Stande vom Frühjahr 1895) heraus. Darin über Baldramsdorf:
„Gem. Baldramsdorf, 594 m, Post, 50Min. von Südb.-Stat. Spittal, sehr gutes Wasser, mildes Klima, in der Nähe Wald, Ruine Ortenburg mit prachtv. Aussicht, schattige Spazierwege, eisenhaltiges Auenbad, drei Schiffüberfuhren über die Drau.

Ausflüge:
  • Ponau, Spittal
  • Seebach 1 ½ Std.
  • Millstatt 3 Std.
  • Goldeck 2139 m mit bewirtschaftetem Unterkunftshaus des D. u. Ö.A.V. mit prachtvoller Aussicht. Zu haben:
    Wein, Kaffee, Thee, Butter, Milch u.s.w.
  • Holzwarenfabrik in Oberaich, interessant.
  • Gasth. Simon Melcher, 2 Z, ausg. Küche und Getränke, billige Preise.
  • Privath.: Staberhof, Eigentümer: Lehrer Oberlercher, 2 eingeräumte Zimmer und Küche.
  • In Unterhaus Gasth. beim „Herzog“ 3 Z, Kegelbahn.
  • Privath.: Auguste v. Gröller 40 Z., geschlossene Gänge, großer Garten, schöne Lage (auch im Ganzen an einen Unternehmer zu verpachten).
  • Auskünfte: die Gemeinde und Anna Melcher in Baldramsdorf.

1896

Bau einer neuen Draubrücke zwischen Gschieß und Lendorf.

Im Oktober Überschwemmung durch die Wildbäche.

Fürst Ferdinand v. Porcia gestorben.

1897

... brennt die Seifensiederbehausung und Arzt in Gendorf ab.

Ein Spritzenhaus wird gebaut.

Schneereicher und kalter Winter.

1898

... brennt es beim Jörgljörg in Gendorf.

Während der Flugzeit der Maikäfer wurden von den Schülern unter Anleitung der Lehrer 12 Schaffel Maikäfer gesammelt.

1898

... starb Andreas Ploner, Pfarrer und geistlicher Rath in Baldramsdorf, der 20 Jahre an der hiesigen Schule den Religionsunterricht erteilte.

Herr Franz v. Grebmer, Kaufmann von Spittal, spendet der Schule Baldramsdorf ein Relief von Kärnten.

1900

Pfarrer Franz Hilbert tritt hier sein Amt an.

Brand beim Schmied in Baldramsdorf.

Die Holzwarenfabrik Elio Melli in Oberaich-Schüttbach brannte ab. In den letzten Jahren wurden dort hauptsächlich Reißbretter, Reißschienen und „anderes hölzernes Zeichengerät“ erzeugt.

Die Schulchronik berichtet:“ In diesem Winter fiel Blutregen, gelblich-roter Schnee, und das noch einmal am 11. März.“